Was ist die Apotheke noch wert?

Sind die Bewertungsansätze noch aktuell?

Eine immer schwierige Frage, die Verkäufer und Käufer naturgemäss unterschiedlich sehen. Um einen Apothekenwert zu ermitteln geben sie, wenn sie sich nicht einigen können, ein neutrales Gutachten in Auftrag. Der Gutachter selbst analysiert die Vergangenheit, bereinigt diese um Kosten die beim Käufer nicht mehr anfallen und Umsätze die nicht nachhaltig sind. Der ermittelte Apothekenwert ist dann die Verhandlungsbasis um sich auf einen beidseitig akzeptierten Apothekenverkaufspreis zu einigen. Soweit so gut.

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Nun ist es relativ einfach die Kostenseite abzuhandeln. Doch was ist mit den zukünftigen Umsätzen? Eine Bewertung auf Basis der Vergangenheit setzt voraus, dass alles so bleibt wie es ist, oder sich per Saldo zumindest nicht verschlechtert. Das aktuelle Problem ist dabei die Nachhaltigkeit der ärztlichen Versorgung. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung geht davon aus, dass bis 2015 etwa 20 TSD Ärzte aus der ambulanten Versorgung ausscheiden werden. Nachfolger nirgendwo in Sicht, die Praxiswerte, sieht man von den Ballungsräumen ab, tendieren gegen null.

Nun nimmt der Gutachter den Umsatz für die nächsten Jahre als Basis für die Kaufpreisfindung. Plötzlich gibt der Hauptverordner seine Praxis auf oder der eine oder andere Facharzt verlegt seine Praxis in ein Gesundheitszentrum. Der ursprünglich ermittelte Apothekenwert löst sich praktisch auf, der Standort wird notleidend. Es drückt der finanzierte Apothekenkaufpreis sowie die vorgenommenen Investitionen. Das kann extrem schief gehen.

Im Grunde genommen liegt das Problem in der starken Gewichtung der Vergangenheit und der desöfteren unzureichenden Betrachtung der Zukunft. Der Käufer erzielt die Rendite der Zukunft, der Verkäufer lässt sich für die Erträge der Vergangenheit bezahlen, die in Zukunft jedoch so nicht mehr als gesichert gelten müssen.

Alle Regeln müssen überarbeitet werden. Sie gelten in dieser Form nicht mehr, da lege ich mich fest. Die nachhaltige Standortqualität ist festzustellen und das geht nur in einer intensiven Kommunikation mit den Schlüsselpartnern der Apotheke. Der Standort ist im Rahmen einer lokalen Versorgungsarchitektur zu analysieren, die Ärzte sind mit einzubeziehen. Nun wir kein Arzt konkret sagen dass er aufzuhören beabsichtigt. Hier ist auf Konzepte abzustellen die ihn veranlassen zu sagen, ob er sich da einbringen will oder ob er andere Pläne verfolgt. Tut er das, so kann gemeinsam überlegt werden, wie in Zusammenarbeit bestehende Fragen geklärt, bzw. aufkommenden Problemen begegnet werden kann. Aktive Standortpolitik ist im Interesse des Verkäufers und des Käufers. Der erfolgreiche Verkauf der eigenen Apotheke will geplant sein. Die Floskel ,steigerungsfähig‘ in der Verkaufsanzeige ist zu wenig, das ist garnichts. Der Verkäufer sollte schon begründen wie das erreicht werden soll. Er sollte dies möglichst in den letzten Jahren auch bewiesen haben. Sind die künftigen Umsätze stabil abgesichert, dann ist auch ein guter Verkaufpreis gerechtfertigt.

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Günter Müller
Beraternetz Gesundheit

Quelle: 
Günter Müller,
08.02.2012

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